Lamas und Truthühner

Zur Abwechslung mal zu Fuß: eine Umrundung des Schwarzen Sees in der Nähe von Žabljak im Nationalpark Durmitor.

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Nach einer Stärkung machen wir uns auf den Weg nach Śavnik. 3000 m höher und statt der Schafe und Hühner Lamas und Truthühner – und wir wären im Hochland von Peru!

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Eine äußerst abwechslungsreiche Gegend – nach Kilometern bunter blühender Wiesen in allen Farben

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folgen wieder ein paar tief eingeschnittene Schluchten.

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Ein Häppchen in der Wiese mit Blick ins Tal. Ein Schmetterling landet auf Michis Bein. Sitzt lange dort. Leckt das Salz? Ein Heuschreck macht es sich auf meinem Arm gemütlich, zwickt ein Haar nach dem anderen ab und verspeist sie genüsslich.

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In Śavnik genießen wir bei einem Glas Wein in unserer Hütte des Etno Selo (eine Pension in Form von einzelnen Hütten – hier weit verbreitet) den Sonnenuntergang.

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Žeterhend in Žabljak?

Die Nacht verbrachten wir in einem ehemaligen Jagd Haus an einer Schlinge des Tara Flusses, erbaut vom Montenegrinischen Kommunisten Führer und späteren Dissidenten Milovan Djilas, von wo aus Josip Broz Tito mit Genossen Jagd Ausflüge auf Wildschwein und Hirsche unternahmen. Nicht nur Old Shatterhand war hier unterwegs. (Shatterhand würden sie hier übrigens Žeterhend šreiben;-)

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Die Tara Schlucht ist mit 80 km die längste Schlucht Europas und die zweitlängste der Welt.

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20 km fuhren wir sie entlang bis zur Brücke. Beim Kaffee konnten wir die Wagemutigen beobachten, die die Schlucht an der Zipline (angehängt an einem Drahtseil) überquerten.

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Nach ausgiebiger Rast schlängeln wir uns auf Serpentinen 500 hm hinauf nach Žabljak.

Kaffee und Smalltalk

Unser Frühstück ist wieder begleitet vom Rauschen des Baches, ergänzt durch die Bau Fahrzeuge, die die Straße über den Pass ausbauen. Der Sohn unserer Wirtsleute (4 1/2) ist begeistert von dem Treiben.

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Unterwegs erzählt uns der Schweizer auf dem Motorrad, dass unsere gestrige Straße mit den fantastischen Serpentinen vor 6 Jahren auch noch Schotter Piste war.

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Wir treffen etliche Motorräder und fragen uns, wer es anstrengender hat auf dieser Stein- und Schotter Piste.
Am Pass – nach 1.200 Höhenmetern – setzt sich die Wirtin des Kiosks zu uns und fragt uns auf albanisch, ob wir Kinder hätten. Sie hätte vier. Ihre Tochter (7?) sagt uns stolz auf Englisch ihren Namen.

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Ein entgegenkommendes Auto bleibt stehen, der Albaner am Steuer spricht mich an, lässt nach erfolgloser Konversation das Fenster am Rücksitz herunter. Zum Vorschein kommt eine Erscheinung – seine Tochter (17?), die dann (vorerst etwas verlegen) fließend auf englisch übernimmt. Smalltalk der besonders reizenden Art.

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Die restlichen 15 km – wieder asfaltiert – rollen wir aus zu unserem stilvoll in Holz gehaltenen Hotel direkt am See nahe der Stadt Plav (Montenegro). Frisch geduscht genießen wir am Kamin mit offenem Feuer unser wohlverdientes Abendessen.

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Übrigens: der türkische Kaffee heißt hier nicht analog zum griechischen oder bosnischen „albanischer Kaffee“, sondern türkischer Kaffee. Obwohl die Albaner ihren Abwehr Kampf gegen die Türken sehr hoch halten!

Ein Mercedes kommt selten allein II

Unsere heutigen Etappe: Shkoder – Tamare.

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Dort begegneten uns nach der Abzweigung von der Hauptstraße noch zwei, drei VW Golf. Danach ausschließlich nur mehr Mercedes!

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Hoher Radstand, stabile Karosserie – das ist das, was du hier brauchst auf den Stein-/Fels Pisten.

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SUV? Natürlich wäre das die Option. Aber wo ist die nächste Werkstatt für das Plastik und die Elektronik?

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Links und rechts Thymian-, Lavendel-, Basilikum-Felder, Wein- und Oliven-Gärten. Unser Jausen-Rastplatz in the middle of nowhere war sehr belebt: ein paar Kühe, etliche Leute zu Fuß, alle in schwarz, teilweise staksten Frauen in Stöckel Schuhen über den steinigen Weg bzw. durch den Thymian. Der Rest fuhr – erraten – im Mercedes zum Begräbnis!

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Nach 20 km Steinpiste freuten wir uns über eine frisch geteerte Straße, die bald in Serpentinen 500 hm ins Tal führte. Quasi Großglockner Hochalpen Straße – nur kaum Verkehr.

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In Tamare überraschten uns die Leute unseres Gästehauses mit einem vielfältigen, fantastischen Abendessen.

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Das Rauschen des Baches, aus dem der Fisch direkt auf unseren Teller gesprungen zu sein schien, begleitete unser Mahl.

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Ein Mercedes kommt selten allein

Virpazar verließen wir gestern zeitig (also vor 10 Uhr), weil etliche Höhen Meter angesagt waren.

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Fantastische Ausblicke von den Hügeln auf den Riesen See!

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Am späten Nachmittag richteten wir in einem Café in Vladimir wie aufgetragen schöne Grüße des Bruders in Linz (Restaurant Mediterran) an den dortigen Chef des Cafés aus. Er bedankte sich in Form einer Einladung zum Kaffee.

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Abends in Dobra Voda – Kitsch lass nach.

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Und ausgezeichnetes Essen!

Heute Mega Etappe (25 km).

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Bei Meeresrauschen erwacht.

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Frühstück bei Meeresrauschen. Rast und Nickerchen bei Meeresrauschen. Ein Gläschen Wein hoch über dem Meeresrauschen in der Altstadt von Ulcinj.

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Ulcinj – ein Großteil der Bevölkerung sind Albaner. Man merkt auch deutlich die Nähe Albaniens – die Mercedes –  Dichte steigt und steigt 😉

Grüße aus dem Mäandertal

Die Räder fit, die Radler ebenso. Kurzer Abstecher in die Markthalle (ein Muß für Michi), die Kirschen eingepackt. 10 km auf der tw. 3-spurigen Ausfalls Strasse.
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Dann nach links – einspurig, alle 10 Minuten ein Auto oder 2 Motorräder – Salbei, Granatapfel, Königskerzen, Vogelgezwitscher, Bienengesumme, Med, Honig und Rakia. Und plötzlich: Vietnam!
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Der Fluß unter uns mäandert sich durchs Tal, links und rechts dicht bewachsen mit Seerosen.
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Immer wieder Blicke auf den Skutari See – Grenze zwischen Montenegro und Albanien.
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Nach einem kleinen Spaziergang durch Virpazar beschließen wir den Tag mit Fisch und Wein.
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Bar in die Reifen

Nach dem Frühstück und einem Nickerchen rief der Rezeptionist am Flughafen an: juhu, die Räder seien schon angekommen! Also warteten wir weiter. Nach einem weiteren Nickerchen ließen wir ihn noch einmal anrufen – ja, die Räder seien schon da. Aber wann sie uns gebracht würden, wüssten sie noch nicht.
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Da wir uns keine grauen Haare wachsen lassen wollten, spazierten wir in die Stadt.
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Nachdem die Räder gekommen waren, machten wir sie fahrtüchtig und fuhren mit den notdürftig aufgepumpten Reifen in die nächste Auto Werkstatt.
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Wieviel Luft? 2 Bar? Mit Händen und Füßen (eigentlich nur mit einer Hand), zeigte ich an, dass wir gerne 5 Bar in den Reifen haben wollen. Ungläubiges Nachfragen, Kontrollieren meiner Angaben auf dem Rad Mantel, zu dritt standen sie um die Räder. Auch beim Pumpen noch einmal die Frage: wirklich 5 Bar? 2 Bar reichen wirklich nicht?
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Nachdem wir freundlich verabschiedet wurden, war das immer noch Gespräch unter den Kollegen 😉