Colares – Lorinha

Gut gegen Nordwind?

10% Gefälle, trotzdem nur 30 km/h, das schont die Bremsbeläge ungemein!
Ich komme fast zu früh in den Ort zum Frühstück – es ist ja erst 9 Uhr. Die Café-Bar-Discotecas werden in der Früh von den Alten aufgesperrt. Langsam bekomme ich meinen Espresso und ein Schinken Semmerl.

Die ersten Kilometer kämpfe ich mich wieder voll gegen den Wind. Dann geht’s bergauf ins Hinterland und der Wind verteilt sich. Wechselnd bewölkt. Etwas kühl.
Im ersten Ort in den Bergen stärken mich Kaffee und leckere Süßspeisen.
Relativ wenig Verkehr.

Topographisch wie im Waldviertel: steil bergauf und steil bergab.

11,1 km/h im Schnitt trotz enormem Gegenwind!

Geschafft erreiche ich Lorinha, wo ich mich erst mal stärke und mich abends die Warmshowers erwarten: ein unheimlich nettes Pärchen, die natürlich mit einem Bacalhau mit Erdäpfeln aufwarten. Und ich werde mit Informationen aus erster Hand versorgt, unter anderem bekomme ich den Tipp, dass es in Rio Maior eine Windmühle zu bewohnen gibt.

Motto: auch bei Gegenwind erwarten dich warme leckere Dinge.

Lissabon – Colares

Triatlon und Brandung

Aus Lissabon heraus gibt es nur 4 spurige Autobahn – nur ohne Pannenstreifen. In Estoril findet gerade der Triatlon statt. Leider lassen sie mich nicht mitfahren. Für mich heißt es: Umleitung bis Cascais.

In Cascais im Restaurant werde ich auf einem Sechsertisch in die Mitte zwischen 2 Pärchen gesetzt. Das eine ist gerade beim Zahlen und geht. Komisch immer wieder: ich will instinktiv auf den Platz außen wechseln, um ein wenig Distanz zu schaffen. Der Platz ist aber schnell wieder besetzt. So sitze ich dann zwischen einem älteren Paar aus Israel und einem mittelalterlichen Paar, er ist Italiener, sie spanische Schweizerin. Und es entwickelt sich eine angeregte Unterhaltung zwischen uns fünfen.

Danach gibt es hartes Training vom böigen Westwind direkt am Atlantik. Atemberaubend – in zweifachem Sinn: die Brandung des glitzernden Meeres ist sehr stimmungsvoll. Und ich komme nur in Schnecken Tempo voran. Anschließend gibt es noch eine Bergwertung.

KO und schon etwas unterkühlt vom Wind erreiche ich Colares. Und finde die Unterkunft nicht gleich: auf meinen GPS Koordinaten befindet sich die Geriatrie – und dort will ich doch noch nicht hin 🙂

Das Apartment hat Blick auf die Brandung, den Sonnenuntergang verdecken allerdings schwarze Wolken. Alles in allem sehr stimmungsvoll.

Merke: auch wenn du deine Mitreisenden nicht kennst – meist beißen sie nicht.

Lisboa adé

Heute habe ich endlich meinen Fisch bekommen. In diesem feinen Strand Restaurant:

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Und weil es dort so nett war, habe ich gleich das Hotel gewechselt:

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Spaß beiseite: der Wind wird stärker, er weht aus Nordwest, darum ist es Zeit, die Tour endlich zu beginnen, also: Adeus Lisboa, das Abenteuer kann beginnen!

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Merke: der Wind kommt immer von vorn, egal wo du hin fährst.

Die Rückseite von Lissabon

Die Eukalyptus Tour

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Ich lege extra Trainings Einheiten ein – weil ich irrtümlich die Fähre nach Barreiro genommen habe und nicht die nach Almada. So lerne ich Lissabon auf der anderen Seite des Tejo kennen.

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Barreiro: Vorstadt mit Wohn Batterien.

Nachdem der Wirt des Restaurants meint, es gebe doch keinen Fisch und ich keines der Vokabel unter „Fleisch“ verstehe, bestelle ich nach dem Wortklang. Und vertraue darauf, dass es keine Kutteln sind. Mein Vertrauen wird mit Fleischlaberl mit Pommes und Reis belohnt.

Je weiter es nach Westen und Atlantik geht, desto maritimer wird es. Dörfer mit Villen und kleinen Häusern, wo dann schon mal auch ein Hahn kräht. Dazwischen die Autobahnen. Überall riecht es nach Eukalyptus. Und endlich: Das Meer! Der Wind ist gut für Wellenreiter.

Fahrräder gehen in der Fähre übrigens gratis mit.

Die Brücke hat eine Wahnsinns Akustik! Ich war ja nicht oben – Radfahrer dürfen das nicht. Aber ich vermute, da ist kein Strassenbelag drauf, denn man sieht die Autos von unten. Eine Riesen Stahl Konstruktion! Und alle 5 Minuten rattert ein Zug drüber.

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Motto des Tages: trau deinem Wirten und er wird dir keine Kutteln bringen. Vertrau deinem GPS und behalte den Überblick.

Jakobsweg zum Quadrat

Ja liebe Leute – für diejenigen, die es nicht mehr geglaubt haben: ich habe ihn doch noch geschafft, den Nachtzug nach Lissabon. Ich bin jetzt später als geplant unterwegs, aber dafür ist es jetzt eine abgerundete Strecke: zweifach unterwegs am Jakobsweg: von Lissabon über Santiago de Compostela nach Barcelona.

Für die Insider: ich habe mich im letzten Moment entschieden, doch nicht mit meinem “Zwergerl“ (dem Faltrad) zu fahren. Ich habe nicht vor, andere Verkehrsmittel ausser dem Rad zu nehmen. Drum empfiehlt sich für diese Tour doch mein ausgewachsenes Trekking Bike.

Lissabon. Was soll ich sagen?

Die Stadt ist erbaut auf sieben Hügeln. Die 3 Tage hier sind ein ausgezeichnetes Training für die kommende Tour (und ich war die letzte Zeit sehr faul ;-).

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Lissabon, die Stadt am Ende der Welt? Hier kannst du das Meer schon riechen. Und die Weite. Und das Abenteuer.

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Lissabon, die Stadt der Azulejos. Der Glanz aus früheren Tagen: die bunt verfließten Häuser.

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Und immer noch sehr präsent: die rote Nelke. Diese Nelke, die die PortugiesInnen den Soldaten in die Gewehr Läufe steckten. Und damit die Diktatur endgültig in die Knie zwangen.

Eh kloar: 25.4. Ist Gedenktag!