Ljubljana – eine Stadt mit vielen Gesichtern

Die einen kommen wegen der Architektur von Jože Prečnik, einem Schüler Otto Wagners. Er prägte die Stadt wie Gaudí Barcelona, denn er plante Brücken, den Friedhof, die Bibliothek, eine Wehr, eine Schule,…

Andere kommen wegen den gut erhaltenen und renovierten Jugendstilbauwerken.

Wieder andere kommen wegen anderen architektonischen Besonderheiten.

Andere kommen wegen den Cafés und Restaurants an der Ljubljanica.

Wir kamen wegen all dem und… Uns interessierte das Verkehrskonzept der Stadt. Denn vor einiger Zeit wurden wir darauf aufmerksam als sich die Stadt im Copenhagenize Index 2017 auf Platz 8 der fahrradfreundlichsten Städte katapultierte.

Die Stadt sperrte Slovenska Cesta für den Durchzugsverkehr. Nun ist der Boulevard offen für Fussgänger*innen, Radfahrer*innen, Busse der Verkehrsbetriebe und nur in geringem Ausmaß für sonstige Kraftfahrzeuge. Nun gibt es darüber hinaus im Zentrum ausgedehnte Fußgänger*innenzonen. Quer durch die Stadt zieht sich ein Radwegenetz auf dem auch wir Ortsunkundige uns sicher durch die Gegend bewegen können.

Mit dem Rad sind auch die Knirpse unterwegs. Bello wird am Rücken mitgenommenen.

Und 2020 wird Ljubljana Velo-City – ein Grund für uns wiederzukommen.

Unser Giro d’Italia

Von Villach

Über den Wurzenpass

Und weiter pedaliert

Auf kleinen Wegen

Bis zum Meer

Und fast im Meer

Ins Po-Delta

Zurück in die Alpen, wo unsere Tour in Bozen endete.

Unfallfrei und beinahe pannenfrei sind wir fast 1000 km pedaliert. Die Nachschau der Strecke gibt es auf GPSIES und POLARSTEPS.

Darauf stossen wir an!

Brentatalradeln

Wir waren in der Verlegenheit noch ein paar Urlaubstage mehr zum Radeln zu haben und wir entschieden uns bis Bozen zu pedalieren. Wir wollten das Brentatal hochradeln. Dem Brenta waren wir schon vor ein paar Tagen begegnet: bei der Ausfahrt aus Chioccia Richtung Po-Delta, wo der Fluss ins Meer mündet.

In Bassano di Grappa trafen wir ihn wieder, den Brenta.

Der Radweg führte fast immer direkt am Fluss.

In einer Talenge vorbei am Covolo di Butistone, einer Höhlenburg.

Durch Dörfchen, wie Valstagna.

Und Städtchen wie Borgo di Valsugana.

Und Levico Terme.

Später im Oberlauf des Brenta wird das Tal wieder breiter. Viele Obstplantagen finden sich dort, meist Äpfel. Kirschen und Erdbeeren sind gerade reif.

Zum Abschluss nach einem Bad im Lago di Caldonazzo, dem Ursprung des Brenta geht es auf der Via Claudia Augusta steil bergab ins nächste Tal, dem Etschtal.

5 – 10 – 15 – 20 – 25, nein 30 Prozent aufi

Nach Tagen in der Ebene, die flach wie eine Flunder war, freuten wir uns schon wieder auf ein bisschen bergauf und bergab in den Colli Eugani und Colli Berici.

Aber dass es gleich so steil wird.

Auf dem Vulkangestein der Colli Eugani gedeiht der Wein sehr gut.

Herbert in Südlage.

Die Colli Berici sind aus Kalkgestein. Nicht minder steil und bekannt für Wein und Olivenöl.

Das Delta

Vor Jahren ein Buch mit dem gleichnamigen Titel von Kurt Lanthaler gelesen und das Interesse war geweckt.

Das Delta hat seinen Reiz. Lanthaler beschreibt das Delta im Nebel. Wir bevorzugen Sonnenschein. Mausgrau haben wir ja eh auch im Donautal.

Das Delta wächst jedes Jahr.Das Delta ist heute ganz anders als es ohne die aufwendigen wassertechnischen Verbauungen wäre.

Das Delta ist Naturlandschaft. Selbst unsere laienhaften Kenntnisse über die Fauna liessen den Artenreichtum an Tieren, vor allem an Vögeln erahnen.

Das Delta ist Kulturlandschaft. Der grösste Teil ist Ackerland. Damit das nicht vertrocknet, wird jährlich eine Milliarde m³ Wasser in die Bewässerungskanäle gepumpt.

Es braucht viel Zeit die Gebiete zwischen den Flussarmen und -beinen zu erradeln. Brücken sind rar und mache auch eine Rarität.

Es kann unsere Laune erahnt werden, wenn wir zwei Kilometer vorm Ziel das Abendessen von der anderen Seite des Po schon beinahe riechen und plötzlich vor einer Brücke in “Reparatur“ stehen.

Venedig und seine Inseln

Was wäre, wenn es das Projekt Taglio di Porto Viro zu Beginn des 17. Jahrthunderts nicht gegeben hätte?! Der Po war drauf und dran, die Lagune von Venedig zu versanden. Ein riesiges wassertechnisches Projekt der Republik Venedig hat den Po in ein neues Bett gezwängt.

Was wäre wenn?

…man könnte trockenen Fusses zu einem Sonnenbad auf den Lido und im Anschluss auf einen Caffè Shakerato ins Palace Hotel spazieren.

…der rote Teppich des Filmfestivals am Lido würde bis zum Markusplatz ausgerollt.

…der Reis käme erntefrisch vom Feld ins berühmte Risotto des Hafenrestaurants auf der Insel Pellestrina.

…Venedig wäre es wie der Stadt Adria, der Namensgeberin der Adria, ergangen. Einst Hafenstadt, jetzt kilometerweit im Landesinneren und umgeben von Weizen- und Maisfeldern.

Buchtipp: Die Adria Die Wiederentdeckung eines Sehnsuchtsortes von Uwe Rada.

Nachtrag zum letzten Artikel: das Mosaik der U-Bahnstation Volkstheater in Wien ist von der Mosaikschule Spilimbergo.

Die verflochtenen Flüsse

Breit, weiss, türkisblau.

So zeigen sich Fella und Tagliamento.

Das Türkis schlängelt sich, verbindet sich mit anderem Türkis, trennt sich wieder, ein verflochtener Fluss.

Im Mittellauf ist der Tagliamento, der letzte große Wildfluß in Mitteleuropa.

Die Flusskiesel hatten von je her verschiedene Farben und Formen. Daher verwundert es wenig, dass es in Spilimbergo eine Mosaikschule gibt.

Im Schulhof entsteht Guernica.

“Meinen“ Brunnen gibt es ebenfalls noch im Schulhof. (Wir kennen uns schon seit 20 Jahren 😎)

Überall in der Stadt und im Umland finden sich grosse und kleine Mosaike.

Die noch unverklebten Kiesel finden sich in jeder Ganulatstufe am Weg.

Wir wissen wovon wir reden. (Gut geschüttelt ist noch lange nicht gerührt 😂)