In einem knallroten Porsche…

…würde ich hier weniger auffallen!

Und es ist nicht wegen der türkisen Haare, wahrscheinlich auch eher nicht wegen der türkis-getigerten Strümpfe ;-)) Beides sieht man erst, wenn man mir sehr nahe kommt. Sondern ich falle auf als Radwanderin, mit vollem Gepäck, Alleinreisend, meist auf Wegen, wo wenig Rad-/ausländische TouristInnen hinkommen und ausserhalb der Reisesaison…

Immer wieder tauchen Kinder mit ihren Rädern neben mir auf um ein kleines Rennen zu veranstalten.

Je weiter ich gegen Südosten pedaliere, desto öfter werde ich mitten auf der Strasse aufgehalten und nach dem Woher und Wohin gefragt. Desgleichen, wenn ich irgendwo eine Pause mache, zum Kaffeetrinken oder Essen einkehre. Die Leute finden es super, dass ich ihr Land erfahre.

Ich bin gerührt, ob der Freundlichkeit, die mir hier begegnet. Einmal drückte mir ein Bosnier eine Dose Bier in die Hand, für den Abend nach dem Radeln “Don’t drink and drive“ meinte er und erzählte weiter, dass er vor Kurzem in Wien den Marathon gelaufen ist. Eine Galeristin schenkte mir ein Lebkuchenherz für die gute Reise. Und gestern träufelte mir ein Hirte, der unbedingt ein gemeinsames Foto mit mir wollte, Propolistropfen in meine Wasserflasche und steckte wilde Minze zu meinen Blumen am Lenker.

Ab und an werde ich angeschnorrt, aber es waren nie ungute Situationen.

Oft sitze ich auch allein herum. Mehr als einmal war ich der einzige Gast in der Unterkunft, im Restaurant. Ich habe auch noch keine Reisenden getroffen, geschweige denn RadwanderInnen.

Manches Mal werde ich komisch angeschaut; meist, wenn ich alleine beim Essen sitze. Ich zücke dann Handy und Tablet, bilde mir ein eine Journalistin auf Recherchereise zu sein und gleich ist mein blödes Gefühl weg.

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Noch ein Gedanke zum Kaffeetrinken: in der Wojwodina sah ich in den Dörfern und Städten kaum Cafés, was mir fast schon Entzugserscheinungen bescherte. Ich dachte mir dazu: nach der Vertreibung der Türken wurden hier Schwaben angesiedelt, die haben ja den Ruf haben besonders arbeits- und sparsam zu sein (“schaffe, schaffe, Hüsle baue“). Zwar sind kaum “Schwabos“ mehr hier, aber vielleicht hat sich ihr Geist gehalten. Auch fiel mir das Kinderlied “C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Kaffee; sei doch kein Muselmann, der es nicht lassen kann“. Ich jedenfalls steh auf Kaffeepausen!

2 Gedanken zu „In einem knallroten Porsche…

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